Luftfeuchtigkeit berechnen und richtig vergleichen
60 Prozent Luftfeuchtigkeit sagen allein noch nicht, wie viel Wasser tatsächlich in der Luft steckt. Temperatur und relative Feuchte zusammen ergeben die absolute Luftfeuchtigkeit. Unser Rechner ermittelt außerdem Taupunkt und Oberflächenfeuchte und vergleicht Innen- mit Außenluft.
Was möchtest du prüfen?
Für die normale Raumberechnung reichen Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit. Wenn du zusätzlich die Temperatur einer kalten Wand kennst, kann der Rechner auch die ungefähre relative Feuchte an dieser Oberfläche bestimmen.
Absolute Feuchte und Taupunkt berechnen
55 Prozent liegen innerhalb des häufig verwendeten Bereichs von 40 bis 60 Prozent. Die kalte Oberfläche verdient trotzdem Aufmerksamkeit.
Ist die Außenluft wirklich trockener?
Besonders im Keller kann eine niedrigere relative Außenfeuchte täuschen. Für den Feuchtetransport vergleichen wir deshalb den Wasserdampfgehalt in g/m³.
Die Außenluft enthält rechnerisch weniger Wasserdampf als die Innenluft.
Der Vergleich beantwortet nur die Feuchtefrage. Lüften bleibt auch für Kohlendioxid, Gerüche und andere Stoffe in der Raumluft notwendig.
50 Prozent können trocken oder ziemlich feucht sein
Relative Luftfeuchtigkeit beschreibt, wie stark die Luft bei ihrer aktuellen Temperatur mit Wasserdampf gesättigt ist. Warme Luft kann erheblich mehr Wasserdampf enthalten als kalte Luft.
Deshalb können zwei Hygrometer beide 60 Prozent anzeigen, obwohl sich in einem Kubikmeter Luft ganz unterschiedliche Wassermengen befinden.
Die absolute Luftfeuchtigkeit gibt diese Wassermenge in Gramm pro Kubikmeter an. Für den Vergleich zwischen Kellerluft und Außenluft ist dieser Wert besonders nützlich.
Die kalte Außenluft hat in diesem Beispiel die deutlich höhere relative Feuchte, enthält aber nur ungefähr halb so viel Wasserdampf.
Wann aus hoher Oberflächenfeuchte Kondenswasser wird
Der Taupunkt ist die Temperatur, auf die die Luft bei unverändertem Wasserdampfgehalt abkühlen muss, damit Sättigung erreicht wird.
Liegt der Taupunkt beispielsweise bei 10,7 °C, kann eine Oberfläche mit dieser Temperatur oder darunter Kondensation begünstigen.
Für Schimmel muss aber nicht erst sichtbares Kondenswasser entstehen. Kritische Bedingungen können schon früher auftreten. Deshalb zeigt der Rechner zusätzlich die Oberflächentemperatur, bei der rechnerisch ungefähr 70 Prozent relative Feuchtigkeit direkt an der Oberfläche erreicht werden.
Warum der Rechner im Keller mehr bringt als ein Blick aufs Außenhygrometer
Ein typischer Sommerfehler entsteht, wenn die Kellerluft beispielsweise 65 Prozent und die Außenluft nur 55 Prozent relative Feuchtigkeit zeigt. Das sieht zunächst so aus, als wäre draußen alles trockener.
Ist die Außenluft jedoch wesentlich wärmer, kann sie trotz des niedrigeren Prozentwerts mehr Wasserdampf enthalten. Nach dem Lüften kühlt diese Luft im Keller ab und ihre relative Feuchtigkeit steigt.
Für die reine Trocknungswirkung vergleichen wir deshalb die absolute Feuchtigkeit innen und außen. Ist der Außenwert niedriger, kann Lüften Wasserdampf aus dem Keller abführen. Ist er höher, bringt man rechnerisch zusätzliche Feuchte hinein.
Ein Rechenwert ersetzt keine Untersuchung einer feuchten Wand
Die Ergebnisse beruhen auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Ein Hygrometer hat eine Messabweichung, und auch die Temperatur direkt an einer Wand kann sich bereits über wenige Zentimeter verändern.
Die berechnete Oberflächenfeuchte setzt außerdem voraus, dass der Wasserdampfdruck in Wandnähe ungefähr dem der eingegebenen Raumluft entspricht. Möbel, Luftbewegung, Wärmebrücken und Feuchtigkeit aus dem Bauteil selbst können die reale Situation verändern.
Sichtbare nasse Stellen, wiederkehrender Schimmel, Wassereintritt oder dauerhaft stark erhöhte Werte sollten deshalb nicht allein anhand dieses Rechners beurteilt werden.
Relative Feuchte, absolute Feuchte und Taupunkt
Wie berechnet man die absolute Luftfeuchtigkeit?
Dafür werden mindestens Lufttemperatur und relative Luftfeuchtigkeit benötigt. Der Rechner bestimmt zunächst den aktuellen Wasserdampfdruck und daraus die Wasserdampfmenge in Gramm pro Kubikmeter Luft.
Was ist wichtiger, relative oder absolute Luftfeuchtigkeit?
Das hängt von der Frage ab. Für das Raumklima ist die relative Feuchte wichtig. Wenn Innen- und Außenluft bei unterschiedlichen Temperaturen verglichen werden sollen, ist die absolute Feuchtigkeit wesentlich aussagekräftiger.
Was bedeutet der Taupunkt?
Der Taupunkt bezeichnet die Temperatur, bei der die vorhandene Wasserdampfmenge die Sättigungsgrenze erreicht. Kühlt eine Oberfläche weiter ab, kann dort Wasser kondensieren.
Kann Schimmel entstehen, obwohl noch kein Kondenswasser sichtbar ist?
Ja. Für Schimmelwachstum ist keine sichtbare Kondensation notwendig. Bereits deutlich unter 100 Prozent relativer Feuchtigkeit an einer Oberfläche können ausreichend feuchte Bedingungen entstehen.
Wann trocknet Lüften einen Keller?
Für die reine Feuchtebilanz sollte die Außenluft weniger Wasserdampf enthalten als die Kellerluft. Deshalb werden im Rechner die absoluten Feuchten in g/m³ miteinander verglichen und nicht nur die beiden Prozentwerte.
Wie genau ist der Luftfeuchtigkeitsrechner?
Die verwendeten physikalischen Näherungen sind für typische Raumklimaberechnungen gut geeignet. In der Praxis bestimmt häufig die Genauigkeit von Thermometer, Hygrometer und Oberflächentemperaturmessung die größere Unsicherheit.
Wenn die Feuchtigkeit dauerhaft zu hoch bleibt
Der Rechner zeigt, was in der Luft passiert. Bleibt ein Raum trotz sinnvoller Lüftung zu feucht, helfen unsere weiteren Ratgeber bei Ursache, Gerätegröße und Entfeuchtung.