Wie viel Strom verbraucht ein Luftentfeuchter wirklich?
Auf dem Typenschild stehen Watt, auf der Stromrechnung Kilowattstunden. Für die Kaufentscheidung reicht beides allein nicht. Wir haben vier Luftentfeuchter am Strommessgerät geprüft und gleichzeitig gemessen, wie viel Wasser sie aus der Luft beziehungsweise aus feuchter Wäsche entfernt haben.
Das Gerät mit der höchsten Leistungsaufnahme war bei uns nicht das ineffizienteste
Der COMFEE 30L benötigte in unserem zweistündigen Haupttest 0,746 kWh und damit absolut am meisten Strom. Gleichzeitig entfernte er 328 ml Wasser. Mit 440 ml pro verbrauchter Kilowattstunde erzielte er damit die beste Energieausbeute unseres Vergleichs.
Der kleine COMFEE 10L verbrauchte nur 0,524 kWh, entfernte aber auch deutlich weniger Wasser. Seine Energieausbeute lag bei 321 ml/kWh.
Deshalb vergleichen wir Luftentfeuchter nicht nur nach Watt oder Kilowattstunden. Entscheidend ist auch, was das Gerät mit dieser Energie erreicht.
So viel Strom brauchten unsere vier Geräte in zwei Stunden
Alle vier Luftentfeuchter liefen unter demselben Testaufbau bei etwa 21 °C. Parallel zur elektrischen Energie haben wir Wasserentzug und die Zeit von 65 auf 50 Prozent relative Luftfeuchtigkeit gemessen.
Der Bosch verbrauchte in diesem Durchgang mit 0,514 kWh die geringste absolute Energiemenge. Der Unterschied zum COMFEE 10L war allerdings sehr klein.
Allein aus dieser Tabelle würden wir trotzdem keinen Effizienzsieger bestimmen. Dafür fehlt noch die Menge des entfernten Wassers.
Wie viel Wasser bekommen wir für eine Kilowattstunde?
Genau hier verändert sich die Reihenfolge.
Der COMFEE 30L zieht während der Arbeit mehr Leistung aus der Steckdose, beendet dieselbe Entfeuchtungsaufgabe aber schneller und sammelt pro Kilowattstunde mehr Wasser.
Genau deshalb ist ein Gerät mit 250 Watt nicht automatisch sparsamer als eines mit 350 Watt.
Stromverbrauch und Entfeuchtung zusammen betrachtet
| Modell | Ø Leistung | Strom 2 h | Wasser 2 h | Bis 50 % | Effizienz |
|---|---|---|---|---|---|
| COMFEE 10L CDDOE-10DEN7-QA3 | 262 W | 0,524 kWh | 168 ml | 98 Min. | 321 ml/kWh |
| Bosch Dry 4000 | 257 W | 0,514 kWh | 214 ml | 71 Min. | 416 ml/kWh |
| COMFEE 20L MDDF-20DEN7-WF | 318 W | 0,636 kWh | 256 ml | 58 Min. | 403 ml/kWh |
| COMFEE 30L CDDAE-30DEN7-QA3 | 373 W | 0,746 kWh | 328 ml | 44 Min. | 440 ml/kWh |
Die Werte stammen vollständig aus unserem eigenen gemeinsamen Messaufbau. Die Effizienz ergibt sich aus gemessener Wassermenge geteilt durch gemessene elektrische Energie.
Was 300 Watt auf dem Typenschild wirklich bedeuten
Watt beschreibt elektrische Leistung zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Stromrechnung basiert dagegen auf Energie in Kilowattstunden.
Würde ein Gerät beispielsweise konstant 300 Watt aufnehmen und zwei Stunden ohne Unterbrechung laufen, wären das rechnerisch 0,6 kWh.
Im realen Automatikbetrieb ist die Rechnung komplizierter. Der Kompressor kann abhängig von Zielfeuchtigkeit, Raumtemperatur und Feuchtewert ein- und ausschalten. Auch Lüfterstufe und Betriebsmodus spielen eine Rolle.
Für eine reale Tages- oder Monatsrechnung ist deshalb ein Zwischenstecker mit Energiemessung deutlich hilfreicher als die bloße Wattzahl aus dem Datenblatt.
Nennleistung und unsere Messung sind nicht dasselbe
Beim COMFEE CDDOE-10DEN7-QA3 nennt die Bedienungsanleitung 300 Watt Leistungsaufnahme. Während unseres zweistündigen Haupttests lag die durchschnittliche Arbeitsleistung bei 262 Watt.
Beim Bosch Dry 4000 nennt die technische Dokumentation 285 Watt Nenneingangsleistung. Wir maßen durchschnittlich 257 Watt während des Testbetriebs.
Daraus sollte nicht gefolgert werden, dass ein Herstellerwert falsch ist. Nennwerte und reale Messwerte erfüllen unterschiedliche Zwecke und können unter anderen Betriebsbedingungen entstehen.
Für unsere Kosten- und Effizienzbetrachtung verwenden wir deshalb die tatsächlich am Messgerät erfassten Kilowattstunden.
Du brauchst nur Verbrauch und deinen Arbeitspreis
Den persönlichen Arbeitspreis findest du auf deiner Stromrechnung oder im aktuellen Tarif. Er unterscheidet sich je nach Vertrag.
Die folgende Tabelle verwendet deshalb keinen behaupteten aktuellen Einheitspreis, sondern einen runden Beispielwert von 0,40 Euro pro kWh.
| Modell | Unser Verbrauch in 2 h | Beispielkosten bei 0,40 €/kWh |
|---|---|---|
| COMFEE 10L | 0,524 kWh | ca. 0,21 € |
| Bosch Dry 4000 | 0,514 kWh | ca. 0,21 € |
| COMFEE 20L | 0,636 kWh | ca. 0,25 € |
| COMFEE 30L | 0,746 kWh | ca. 0,30 € |
Die Beträge sind ausschließlich Rechenbeispiele für unsere zweistündige Messung. Sie sind keine Vorhersage deiner täglichen Stromkosten.
Zwei Stunden Testverbrauch lassen sich nicht einfach auf 365 Tage hochrechnen
Eine lineare Jahresrechnung wäre einfach. Man könnte unseren Zwei-Stunden-Verbrauch mit 365 multiplizieren und daraus einen Eurobetrag erzeugen.
Für einen automatisch geregelten Luftentfeuchter wäre das aber nur ein künstliches Szenario.
An einem feuchten Sommertag kann der Kompressor lange arbeiten. An einem trockeneren Tag erreicht dasselbe Gerät seinen Zielwert früher und pausiert. Auch Wäsche, Duschen, Lüften und Außentemperatur verändern die Laufzeit.
Für deine tatsächlichen Jahreskosten ist deshalb eine Messung über mehrere typische Nutzungstage aussagekräftiger als eine Hochrechnung aus der maximalen Wattzahl.
Auch beim Wäschetrocknen zählt die Energie pro erledigter Aufgabe
Im zweiten Testdurchgang ließen wir alle vier Geräte drei Stunden mit derselben Art feuchter Testwäsche arbeiten.
Der COMFEE 30L benötigte auch hier absolut am meisten Energie. Er entfernte innerhalb der drei Stunden aber ebenfalls mit Abstand die größte Wassermenge aus der Wäsche.
Bosch lag bei der Effizienz nur knapp dahinter und verbrauchte absolut deutlich weniger Strom. Für kleinere Wäschemengen kann genau diese Balance interessanter sein.
Unser kompletter WäschetestWas unsere drei Teststunden bei 0,40 Euro pro kWh gekostet hätten
Auch hier gilt der Beispielpreis nur zur Veranschaulichung. Für deine Rechnung setzt du deinen eigenen Arbeitspreis ein.
Ein stärkeres Gerät kann trotz höherer Wattzahl wirtschaftlicher arbeiten
Ein kleiner Luftentfeuchter wirkt auf den ersten Blick sparsam, weil seine momentane Leistungsaufnahme niedriger ist.
Muss er für dieselbe Feuchteaufgabe jedoch erheblich länger arbeiten, kann dieser Vorteil schrumpfen oder ganz verschwinden.
Genau das berücksichtigt unsere Kennzahl ml/kWh. Der COMFEE 10L war mit 262 Watt während der Arbeit genügsamer als der 373-Watt-COMFEE 30L. Pro Kilowattstunde entfernte der 30L in unserem Test aber 440 statt 321 ml Wasser.
Die passende Gerätegröße ist deshalb auch eine Stromfrage. Zu klein dimensionieren kann bedeuten, dass ein vermeintlich sparsames Gerät unnötig lange arbeitet.
Welche Luftentfeuchter-Größe passt?Dieselbe Kilowattstunde bringt bei Kälte nicht zwingend dieselbe Wassermenge
Besonders bei Kompressor-Luftentfeuchtern fällt die Entfeuchtungsleistung mit sinkender Temperatur.
Das bedeutet, dass ein Gerät in einem kühlen Keller länger arbeiten kann, um dieselbe Wassermenge zu entfernen, die es in einem warmen Raum schneller schafft.
Unsere eigenen Effizienzwerte wurden bei etwa 21 °C gemessen. Wir übertragen sie deshalb nicht auf einen fünf Grad kalten Keller.
Für dauerhaft niedrige Temperaturen kann Adsorption technisch sinnvoller werden. Diese Geräte benötigen für die Regeneration des Trockenmaterials allerdings elektrische Wärme und haben deshalb ein anderes Verbrauchsprofil.
Unsere Kaufberatung für kalte RäumeOffene Fenster können die Laufzeit unnötig verlängern
Während der gezielten Entfeuchtung sollten die Fenster geschlossen sein.
Bei offenem Fenster strömt laufend neue Luft in den Raum. Enthält sie viel Feuchtigkeit, arbeitet der Luftentfeuchter gegen eine ständig erneuerte Last.
Das erhöht die Laufzeit und damit den Stromverbrauch, ohne dass der gewünschte Raumwert zuverlässig erreicht wird.
Lüften bleibt trotzdem notwendig. Es erfüllt andere Aufgaben als ein Luftentfeuchter. Wir trennen deshalb kurze, gezielte Lüftungsphasen von der anschließenden technischen Entfeuchtung.
Ein zugesetzter Filter ist kein Sparmodus
Der Luftentfeuchter muss ausreichend Raumluft durch das Gerät bewegen können.
Ein stark verschmutzter Filter schränkt den Luftstrom ein. Dadurch kann die Entfeuchtungsleistung sinken und das Gerät benötigt länger für dieselbe Aufgabe.
Den Filter kontrollieren und entsprechend der Bedienungsanleitung reinigen oder wechseln gehört deshalb nicht nur zur Pflege des Geräts. Es beeinflusst auch, wie sinnvoll die eingesetzte elektrische Energie genutzt wird.
Ein guter Hygrostat ist wichtiger als ein besonders niedriger Wattwert
Ein sinnvoll eingestellter Hygrostat beendet oder reduziert die aktive Entfeuchtung, sobald der gewünschte Feuchtebereich erreicht ist.
Damit arbeitet der Kompressor nicht ohne Grund weiter.
In unserem Test war der Bosch Dry 4000 hier besonders genau. Seine durchschnittliche Abweichung gegenüber unserem Referenzhygrometer betrug 2,0 Prozentpunkte.
Die drei COMFEE Geräte lagen bei einer durchschnittlichen Abweichung von 3,5 Prozentpunkten.
Für einen über viele Stunden automatisch geregelten Betrieb ist diese Sensorqualität für uns ein wichtiger Teil der Energiebetrachtung.
Welches Verbrauchsprofil passt zu welchem Einsatz?
Bosch Dry 4000
0,514 kWh in unserem Haupttest, 416 ml/kWh und der genaueste Hygrostat unseres Testfelds. Für uns die stärkste Kombination, wenn niedriger absoluter Verbrauch und gute Regelung wichtig sind.
COMFEE CDDAE-30DEN7-QA3
Der höchste absolute Stromverbrauch, aber auch der größte Wasserentzug und die beste gemessene Energieausbeute. Interessant, wenn hohe Feuchtelast schnell reduziert werden soll.
COMFEE MDDF-20DEN7-WF
0,636 kWh in zwei Stunden und 403 ml/kWh. Er entfeuchtete schneller als Bosch und COMFEE 10L und bleibt unser getesteter Allrounder mit App.
COMFEE CDDOE-10DEN7-QA3
Mit durchschnittlich 262 Watt lag der kleine COMFEE weit unten bei der momentanen Leistungsaufnahme. Seine langsamere Entfeuchtung führte in unserem Test jedoch zur schwächsten Energieausbeute.
Bei diesen Punkten sparen wir eher als am falschen Gerätemodell
Passende Größe wählen
Ein zu kleines Gerät kann unnötig lange für dieselbe Feuchteaufgabe benötigen.
Hygrostat nutzen
Das Gerät soll nach Erreichen des Zielwerts nicht grundlos weiter entfeuchten.
Fenster schließen
Während der aktiven Entfeuchtung keine ständig neue Feuchtelast von außen hereinholen.
Filter sauber halten
Ein guter Luftstrom hilft dem Gerät, die eingesetzte Energie tatsächlich für die Entfeuchtung zu nutzen.
Ursache der Feuchte klären
Ein Gerät dauerhaft gegen ein Leck oder eindringendes Wasser laufen zu lassen ist keine energetische Lösung des Gebäudeschadens.
Verbrauch selbst messen
Ein Energiemessgerät zeigt nach mehreren typischen Tagen wesentlich realistischer, was der Luftentfeuchter in deinem Raum tatsächlich benötigt.
Effizienz beginnt nicht beim kleinsten Wattwert
Wer nur die momentane Leistungsaufnahme betrachtet, würde wahrscheinlich zum kleinsten Gerät greifen.
Unser Test zeigt ein anderes Bild. Der COMFEE 30L nahm mit durchschnittlich 373 Watt am meisten Leistung auf, lieferte mit 440 ml/kWh aber gleichzeitig die beste Energieausbeute.
Der Bosch Dry 4000 war für uns besonders ausgewogen. Er hatte den niedrigsten absoluten Zwei-Stunden-Verbrauch, lag bei der Energieausbeute nahe am stärksten Gerät und regelte die Zielfeuchtigkeit am genauesten.
Für die Stromrechnung zählt am Ende die Kombination aus Leistungsaufnahme, benötigter Laufzeit, Entfeuchtungsleistung und Hygrostat. Deshalb würden wir keinen Luftentfeuchter allein wegen einer niedrigen Wattzahl kaufen.
Was beim Stromverbrauch schnell missverstanden wird
Wie viel Strom verbraucht ein Luftentfeuchter pro Stunde?
Das hängt vom Gerät und Betriebszustand ab. In unserem Test lag die durchschnittliche Arbeitsleistung der vier Geräte zwischen 257 und 373 Watt. Das entspricht während einer Stunde kontinuierlicher Arbeit ungefähr 0,257 bis 0,373 kWh.
Wie berechnet man die Stromkosten eines Luftentfeuchters?
Multipliziere den gemessenen Energieverbrauch in Kilowattstunden mit deinem Arbeitspreis pro Kilowattstunde. Bei 0,6 kWh Verbrauch und 0,40 Euro pro kWh wären das beispielsweise 0,24 Euro.
Braucht ein 20-Liter-Luftentfeuchter viel Strom?
Die Literklasse allein beantwortet das nicht. Unser COMFEE 20L benötigte in zwei Stunden 0,636 kWh und entfernte 256 ml Wasser. Daraus ergaben sich 403 ml/kWh. Für eine sinnvolle Bewertung betrachten wir immer Verbrauch und Wasserentzug gemeinsam.
Ist ein Luftentfeuchter mit weniger Watt automatisch sparsamer?
Nein. Ein Gerät mit geringer Leistungsaufnahme kann für dieselbe Feuchteaufgabe erheblich länger laufen. In unserem Test hatte das leistungsstärkste Gerät gleichzeitig die beste Energieausbeute pro Kilowattstunde.
Welcher unserer Luftentfeuchter verbrauchte am wenigsten Strom?
Im zweistündigen Haupttest der Bosch Dry 4000 mit 0,514 kWh. Der COMFEE 10L folgte mit 0,524 kWh.
Welcher war bei uns am energieeffizientesten?
Im Haupttest der COMFEE 30L mit 440 ml entferntem Wasser pro kWh. Beim Wäschetest lag er ebenfalls vorn und erreichte 581 g entfernte Feuchtigkeit pro kWh.
Was bedeutet 300 Watt bei einem Luftentfeuchter?
Watt bezeichnet elektrische Leistung. Würde das Gerät tatsächlich zwei Stunden lang konstant 300 Watt aufnehmen, entspräche das 0,6 kWh Energie. Im Automatikbetrieb kann der reale Verbrauch davon abweichen.
Verbraucht ein Luftentfeuchter auch Strom, wenn der Zielwert erreicht ist?
Das Verhalten hängt vom Modell ab. Bei einer Hygrostatregelung kann der Kompressor nach Erreichen des Zielwerts pausieren, während je nach Gerät andere Komponenten zeitweise weiterlaufen oder das Gerät auf eine erneute Feuchteerhöhung wartet.
Spart ein Hygrostat Strom?
Er kann unnötige aktive Entfeuchtung vermeiden, weil das Gerät auf die eingestellte Zielfeuchtigkeit reagiert. Wie groß die tatsächliche Ersparnis ist, hängt vom Raum und vom Regelverhalten des konkreten Geräts ab.
Warum braucht ein Luftentfeuchter im Keller mehr Strom?
Das muss nicht immer so sein. Bei niedrigen Temperaturen sinkt bei Kompressorgeräten allerdings die Entfeuchtungsleistung. Dadurch kann mehr Laufzeit für dieselbe Wassermenge nötig werden.
Was kostet ein Luftentfeuchter im Monat?
Dafür braucht man den tatsächlichen monatlichen Verbrauch und den persönlichen Stromtarif. Eine zuverlässige Rechnung lautet gemessene kWh im Monat multipliziert mit dem eigenen Arbeitspreis. Eine pauschale Monatszahl wäre ohne Nutzungsprofil irreführend.
Als Nächstes wird aus kWh ein persönlicher Kostenwert
Unser geplanter Stromkosten-Rechner wird genau diese Rechnung übernehmen. Du trägst Verbrauch, Laufzeit und deinen eigenen Strompreis ein, statt mit einem veralteten Durchschnittstarif zu rechnen.